Unified Commerce im Handel: Wie modulare API-First-Systeme Datensilos ablösen
Datensilos und Monolithen bremsen das Tempo
Der Einzelhandel steht 2026 vor einer klaren Realität: klassische monolithische Commerce-Systeme können mit der Dynamik moderner Retail-Anforderungen nicht mehr Schritt halten. Datensilos, lange Release-Zyklen und fehlende Flexibilität verhindern Innovationen – sowohl online als auch am Point of Sale.
Kund:innen erwarten heute nahtlose Einkaufserlebnisse über alle Kanäle hinweg. Gleichzeitig müssen Händler schneller auf Marktveränderungen, neue Touchpoints und regulatorische Anforderungen reagieren. Genau hier setzt Unified bzw. Composable Commerce an.
Was bedeutet Unified / Composable Commerce?
Unified Commerce beschreibt die technologische und datengetriebene Zusammenführung aller Handelsprozesse – von POS über Order Management System (OMS) und Warenwirtschaftssystem (WWS) bis hin zu Loyalty-Programmen, Payment, Digital Signage und elektronischen Preisschildern.
Composable Commerce geht dabei einen Schritt weiter:
Statt eines großen Systems wird der Retail-Stack aus modularen, spezialisierten Komponenten zusammengesetzt, die über offene APIs miteinander kommunizieren.
API-First: Das Fundament moderner Retail-Stacks
Ein API-First-Stack ist ein Softwareentwicklungsansatz, bei dem Schnittstellen (APIs) vor dem Frontend oder einzelnen Anwendungen konzipiert werden.
Das bedeutet konkret:
- POS, OMS, WWS, Payment & Loyalty sprechen dieselbe Sprache
- Systeme lassen sich austauschen, erweitern oder skalieren
- Innovationen können schneller pilotiert und ausgerollt werden
API-First macht den Handel unabhängiger von monolithischen Plattformen und schafft ein reaktionsschnelles, zukunftsfähiges Ökosystem.
Warum API-First & Unified Commerce 2026 entscheidend sind
Der Handel entwickelt sich weg von starren IT-Landschaften hin zu adaptiven Retail-Ökosystemen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
-
- Echtzeit-Daten statt Datensilos
Alle Kanäle greifen auf eine einheitliche Datenbasis zu – online, offline und mobil. - Schnellere Time-to-Market Neue Funktionen, Touchpoints oder Services lassen sich modular integrieren.
- Skalierbarkeit & Zukunftssicherheit Neue Technologien (z. B. AI, Dynamic Pricing, Smart Shelves) können jederzeit ergänzt werden.
- Pilot → Roll-out ohne Systembruch Innovationen lassen sich testen und später nahtlos in den Gesamtbetrieb überführen.
- Echtzeit-Daten statt Datensilos

Der integrierte Retail-Stack als Lösung
Die Lösung für die Herausforderungen des modernen Handels ist ein integrierter Retail-Stack mit offenen Schnittstellen. Dieser verbindet:
- Point of Sale (POS)
- Order Management System (OMS)
- Warenwirtschaftssystem (WWS)
- Loyalty-Programme
- Payment-Systeme
- Digital Signage & elektronische Preisschilder
zu einem einheitlichen, orchestrierten System – flexibel, skalierbar und kundenzentriert.
Data Product Pass: Transparente Produktdaten als Schlüssel im Unified Commerce
Mit der zunehmenden Regulierung und dem steigenden Informationsbedürfnis von Konsument:innen gewinnt der Data Product Pass (DPP) im Handel massiv an Bedeutung. Ziel des Data Product Pass ist es, standardisierte, strukturierte und jederzeit abrufbare Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus eines Artikels bereitzustellen – von Herkunft und Materialien über Nachhaltigkeitskennzahlen bis hin zu Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und Compliance-Daten.
Gerade in modularen Unified-Commerce-Architekturen wird deutlich: Der Data Product Pass ist kein isoliertes Dokument, sondern ein datengetriebenes Produktobjekt, das zentral gepflegt und kanalübergreifend ausgespielt werden muss.
Hier kommen PIM-Systeme (Product Information Management) ins Spiel. Ein modernes, API-fähiges PIM fungiert als Single Source of Truth für alle produktbezogenen Informationen und bildet die ideale Grundlage für den Data Product Pass. Über offene Schnittstellen lassen sich DPP-relevante Daten nahtlos an POS, Onlineshops, Marktplätze, digitale Preisschilder, QR-Codes oder Kunden-Apps ausspielen – in Echtzeit und kontextabhängig. In einem API-First-Stack wird der Data Product Pass damit kein zusätzlicher Pflegeaufwand, sondern ein natürlicher Bestandteil der bestehenden Produktdatenlogik.
- Zentrale Pflege strukturierter DPP-Daten (Materialien, Herkunft, Zertifikate, ESG-Kennzahlen)
- Konsistente Ausspielung über alle Touchpoints (Online, POS, Mobile, Signage)
- Einfache Anbindung externer Systeme wie ERP, WWS, OMS oder Sustainability-Tools
- Zukunftssicherheit bei regulatorischen Anforderungen (z. B. EU Digital Product Passport)
Im Zusammenspiel mit Unified und Composable Commerce wird der Data Product Pass so zu einem echten Wettbewerbsfaktor: Händler gewinnen nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern schaffen neue Service- und Erlebnisdimensionen am Point of Sale und darüber hinaus. Entscheidend ist dabei eine offene, modulare Architektur, in der das PIM-System als datengetriebenes Rückgrat fungiert – flexibel, skalierbar und bereit für kommende Anforderungen.
Fazit: Modularität ist keine Vision mehr, sondern Realität
Unified und Composable Commerce sind 2026 kein Trend mehr, sondern technologische Grundvoraussetzung für erfolgreichen Handel. Unternehmen, die auf API-First-Architekturen setzen, gewinnen Geschwindigkeit, Unabhängigkeit und Innovationskraft – und schaffen die Basis für konsistente, kanalübergreifende Kundenerlebnisse.
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